Die Geschichte von Meischner

Wie alles begann

Der 2. Januar 1967 war ein ganz besonderer Tag für Familie Meischner – Vater Eberhardt gründete sein eigenes Orthopädieschuhtechnik-Unternehmen. In den ersten Jahren gab es genügend Arbeit, denn das Geschäft war keine Neugründung, sondern die Übernahme der bereits 1905 gegründeten Firma „Canis“. So konnte man auf einen bestehenden Kundenstamm bauen.

Ab 1973 wurden dem jungen Unternehmer von Seiten der Politik immer mehr Steine in den Weg gelegt. Da man selbständige Geschäftsleute in der DDR nicht so gern sah, wurde Eberhardt Meischner nahe gelegt, eine PGH zu gründen. Da er das nicht tat, bekam er sehr bald die Macht des damaligen Regimes zu spüren. Die Kunden blieben aus – sie wurden gezwungen zunächst in die PGH Aue/Schwarzenberg zu fahren und als in Chemnitz eine BGH entstand, mussten sie dort ihre Rezepte einlösen. Doch davon ließ sich der engagierte Unternehmer nicht einschüchtern, sondern er kam auf die Idee, eine, heute würde man sagen „Marketingmaßnahme“, durchzuführen: jeden Sonnabendvormittag baute er von da an seinen Stand im Konsum auf und führte Fußberatungen durch. So schaffte er es, doch genügend Kunden zu haben, die sich dann nämlich für ihre im Konsum gekauften Schuhe Einlagen mit individuellem Fußbett fertigen ließen. Als die PGH in Chemnitz vor lauter Arbeit nicht aus den Augen schauen konnte, durften die Kunden auch wieder zu den wenigen privaten Unternehmern gehen und ihre Rezepte dort einlösen. Allerdings gab es noch ein weiteres Problem zu bewältigen – das Leder. An die PGHs wurde das Material I. und II. Wahl geschickt, die Selbständigen Orthopädieschuhtechniker mussten sich mit der III. und IV. Wahl zufrieden geben: „Manchmal hatte das Leder mehr Löcher als alles andere.“ erzählt Eberhardt Meischner. Doch auch das bekamen die Meischners in den Griff.

Mit der Wende 1989 eröffneten sich für den Orthopädieschuhtechniker ganz neue Möglichkeiten. Durch innovative Maschinen und High-Tech-Materialien stieg die Qualität enorm an, die Lieferzeiten verkürzten sich und die Arbeit für die Mitarbeiter wurde wesentlich leichter.

1983 stieg Sohn Mike Meischner mit in die Firma ein. Einige paar Jahre später, 1996, gründeten Vater und Sohn eine GbR und führten von da an gemeinsam die Geschäfte. Ein Jahr später wurde auf der Annaberger Straße eine Filiale eröffnet. 2003 zog sich der Seniorchef teilweise zurück und übergab die Verantwortung für das Familienunternehmen in die Hände seines Sohnes. Trotzdem sind die beiden bis heute ein unschlagbares Team.

Meischner – Ein Leben für die Bewegung